Artikel Crowdfunding

Sprechende Petuh-Skulptur für Flensburg!

Lass uns gemeinsam die sprechende Petuh-Tante realisieren! Hilf mit, auf unterhaltsame Weise ein Stück Flensburger Kulturgeschichte zu bewahren und gleichzeitig dauerhaft Gutes zu tun!

Auf blauen Hintergrund mit der Standortskizze ist links Kopf und Schulterbereich der Bronzefigur „Petuh“ zu sehen. Rechts oben steht Fördergesellschaft des Lions Clubs Flensburg-Alexandra und darunter in großer Schrift „Sprechende Petuh-Skulptur“ sowie Die Spendensammlerin „Petuh“.
Auf blauen Hintergrund mit der Standortskizze ist links Kopf und Schulterbereich der Bronzefigur „Petuh“ zu sehen. Rechts oben steht Fördergesellschaft des Lions Clubs Flensburg-Alexandra und darunter in großer Schrift der Aufruf „Helft uns, zu helfen!“ sowie Die Spendensammlerin „Petuh“.
Am Anfang stand eine Skizze der Künstlerin Carolin Finnern....
Gipsmodell einer gut gekleideten Dame mit Hut, Schultertuch und einen Regenschirm am Arm.
....dann folgte ein Gipsmodell im Maßstab 1:3....
Tonmodell einer gut gekleideten Dame mit Haardutt, Hut, Schultertuch und einen Regenschirm am Arm.
....das Tonmodell hatte schon die Originalgröße. Nun sind wir gespannt auf die fertige Bronzeskulptur auf ihrem Metallsockel.

Über das Projekt

Stell dir vor: 
Mitten in der Flensburger Innenstadt begrüßt dich schon bald eine charmante Petuh- Tante. Wirfst du eine Münze ein oder spendest per QR-Code, erwacht sie zum Leben und spricht die Flensburger Stadtsprache Petuh. Jeder Satz zaubert dir ein Lächeln ins Gesicht und ganz nebenbei unterstützt du soziale Projekte, insbesondere für Frauen und Kinder in der Region.

Um die Petuh-Skulptur zum Leben zu erwecken, brauchen wir deine Unterstützung!
Mit deiner Hilfe finanzierst du nicht nur die Fertigstellung der Skulptur, sondern schaffst auch eine dauerhafte Möglichkeit, das ganze Jahr über Spenden für den guten Zweck zu sammeln.

Die in Bronze gegossene, etwa 90 cm hohe Skulptur der Künstlerin Carolin Finnern wird auf einem etwa 80 cm hohen Metallsockel im Hof Borgerforeningen stehen. Die Tontechnik verbirgt sich im Sockel.

Was ist die Stadtsprache Petuh?
Petuh gehört zu Flensburg wie der Hafen, die Förde und der Salondampfer Alexandra. Die charmante Stadtsprache, einst auch von Damen auf den Fördedampfern, den Petuh-Tanten, gesprochen, ist ein lebendiges Stück Flensburger Kulturgeschichte. Die Stadtsprache entstand in der Zeit, als Flensburg zum dänischen Königreich gehörte und Plattdänisch, Plattdeutsch, Deutsch und Dänisch zum sprachlichen Alltag der Menschen gehörten. Die Flensburger Bevölkerung hat sie zusammenmengeliert und dadurch eine neue, eigenständige Sprache erschaffen.
Das war nicht leicht und verstehen, was ein in Flensburg so schnacken tut.

Dieser Flensburger Kulturgeschichte setzt der Lions Club Flensburg-Alexandra ein interaktives Denkmal, an dem Besucherinnen und Besucher diese einzigartige Sprache auf unterhaltsame Weise erleben können. Somit schaffen wir einen Mehrwert für Flensburg und halten gleichzeitig die Petuh-Sprache lebendig - und all das für einen guten Zweck!

Ende 2026 wird die Skulptur voraussichtlich fertig sein, und dann is es schön und szehen Szie von Natur im Hof Borgerforeningen!

Bronzeskulptur mit Metallsockel

Von der Skizze über das Gipsmodell, über die Figur aus Ton bis zum Bronzeguss: Für die Erstellung der etwa 90 cm hohen Bronzeskulptur inklusive eines etwa 80 cm hohen Metallsockels benötigen wir deine Spende.


 

Modul Akkordeon Petuh

Hintergrundinformationen zur Petuh-Skulptur

Weil es in Flensburg bisher nichts Vergleichbares gab, was an diese einzigartige Stadtsprache erinnert. Sie ist aber ein Teil der Flensburger Stadt- und Kulturgeschichte und wir wollen dazu beitragen, dass sie nicht in Vergessenheit gerät. Es soll ein niedrigschwelliges, unterhaltsames, interaktives Angebot für jeden sein, das gleichzeitig qualitativ hochwertig ist und eine Bereicherung für die Flensburger Innenstadt darstellt. Da fast alle Akteure aus Flensburg und Umgebung kommen, sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung, ist es ein Projekt von Flensburger:innen für Flensburg. 

Inspiration war das „Bremer Loch“, das wir während einer Clubreise 2023 nach Bremen kennengelernt haben. Es ist ein Schachtdeckel auf dem Marktplatz, in den man eine Münze einwirft und dann ertönt ein Tiergeräusch, passend zu den Bremer Stadtmusikanten. Es ist im Grunde ganz einfach, hat aber einen hohen Unterhaltungswert. Die gesammelten Gelder gehen in Bremen an eine Bürgerstiftung, die damit soziale Projekte unterstützt.

Das „Bremer Loch“ ist ein Publikumsmagnet, der in jedem Reiseführer über Bremen erwähnt wird. So haben wir schon vor Ort überlegt, ob das Angebot „Geräusch gegen Spende“ nicht auch eine Attraktion für Flensburg sein könnte, aber ohne dabei das „Bremer Loch“ zu imitieren.

Beschrifteter Gullydeckel aus Bronze eingelassen im Basaltpflaster. Auf dem Deckel ist folgender Text: Im Außenkreis steht, Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe der Freien Hansestadt Bremen. Über dem Einwurf-Schlitz in der Mitte steht kreih nich, jaul nich, knurr nich, segg I aa und darunter doh wat rin in´t Bremer Loch.
 

  • Borgerforeningen GmbH, Herr Baasch
  • Digitalagentur GmbH Smarte Grenzregion Flensburg, Herr Dr. Ott
  • Hilke Rudolph alias Frau Christiansen, die Flensburger Petuh-Tante
  • Phänomenta Flensburg, Herr Englert
  • Progeed GmbH, Herr Dudelsack
  • Stadtmanagement Flensburg, Frau Funcke
  • Tourismus Agentur Flensburger Förde TAFF, Herr Casper
  • Universität Flensburg, Herr Stachowitz
  • Untere Denkmalschutzbehörde, Herr Böcker
  • Werkkunstschule Flensburg, vor allem die Auszubildenden Vito Caon, Carolin Finnern, Helga März und Pons Weiß 

Jeder, der entweder eine Münze in den Sockel wirft oder mobil spendet, löst damit das Abspielen eines Spruchs auf Petuh aus. Die dadurch erzielten Erlöse werden vom Lions Club Flensburg-Alexandra verwaltet und zu 100% weitergegeben. Unser Schwerpunkt liegt bei der Unterstützung von Frauen und Familien in Flensburg und Umgebung.

Carolin Finnern, Jahrgang 1999, stammt aus Oldenburg in Oldenburg und hat von 2022 – 2025 ihre Ausbildung als Holzbildhauerin an der Flensburger Werkkunstschule absolviert.  Sie arbeitete dann als freie Künstlerin in Flensburg (carosmail@proton.me) und wird Ende September 2026 für drei Jahre als Gesellin auf Wanderschaft gehen.

Die Petuh-Skulptur ist Carolin Finnerns erste größere Auftragsarbeit. Als Damen-Lions Club freuen wir uns darüber, dass wir eine junge Frau bei den ersten Schritten ins Berufsleben begleiten und unterstützen konnten.

  • Bronzeskulptur auf Metallsockel, in dem sich die Technik befindet.
  • Skulptur ca. 90 cm hoch, Sockel ca. 30 x 30 x 85 cm
  • Verankerung des Sockels auf einem Betonfundament
  • Durch das Metall der eingeworfenen Geldmünze wird ein Impuls ausgelöst und danach ist ein Spruch auf Petuh zu hören.
  • Eine mobile Bezahlmöglichkeit ist in Planung, die nach vollzogener Bezahlung denselben Impuls auslöst wie eine Metallmünze.
  • Die Petuh-Sprüche werden auf Datenchips gespeichert und können so z.B. der Jahreszeit entsprechend gewechselt werden.

Petuh ist eine Mischung aus Plattdänisch (genauer: Sonderjysk), Plattdeutsch, Hochdeutsch und Dänisch und es war für lange Zeit die Alltagssprache der Flensburger Bevölkerung. Heute sind noch einzelne Begriffe wie „Sünde“ (im Sinne von „schade“), „Aggewars“ (großer Aufwand) oder „Tummelum“ (Durcheinander) üblich. In Flensburg „soll“ man alles, wo man auf Deutsch normalerweise „möchten“, „wollen“ oder „müssen“ sagen würde: „Ich soll zwei Brötchen haben“ oder „Ich soll zum Doktor“. Auch bestimmte grammatikalische Eigenarten hört man in Flensburg häufiger, weil sie noch aus dem Petuh stammen.

 

Die Entwicklung der Sprache Petuh

Als Flensburg sich ab dem 11. Jahrhundert zur Handelsstadt entwickelte, war die Alltagssprache der Menschen hier Plattdänisch. Ab dem 13. Jahrhundert gewann die Hanse immer größeren Einfluss, und so wurde Plattdeutsch zur üblichen Handelssprache im Ostseeraum und darüber hinaus. Da auch die Flensburger überregionalen Handel trieben, mussten sie Plattdeutsch sprechen können.  Ab ca. 1410 stand Flensburg unter der Herrschaft der dänischen Könige, die gleichzeitig auch Herzöge von Schleswig waren, und die Sprache bei Hofe war Dänisch.

Mit der Bibelübersetzung durch Luther um 1500 herum gab es erstmals eine einheitliche deutsche Sprache, die sich durch die Erfindung des Buchdrucks schnell im ganzen deutschsprachigen Raum verbreiten konnte. Die Reformation fand in Flensburg bereits um 1530 statt, so dass das Hochdeutsch der Bibel zum Alltag der Menschen gehörte.  Alle vier Sprachen haben ihre Spuren hinterlassen und wurden von den Flensburgern „zusammenmengeliert“. Petuh erzählt somit auch viel über die Geschichte der Stadt und des Landes.

Ab 1864 gehörte Flensburg dann nicht mehr zum dänischen König, sondern zum Staat Preußen und später zum Deutschen Reich. Hochdeutsch wurde so nach und nach die Alltagssprache und löste das Petuh ab.

 

Die „Petuh-Tanten“ als Namensgeberinnen

Der Name „Petuh“ für die Flensburger Stadtsprache geht zurück auf die Damen der gehobenen Flensburger Gesellschaft, die mit ihrer „Partout-Karte“, also einer Dauerkarte, regelmäßig Dampferfahrten auf der Flensburger Förde unternahmen und sich dabei ausgiebig unterhielten. Aus dem französischen „Partout“ entwickelte sich der Begriff „ich fahre petuh“.

Dampferfahrten gab es ab 1872, aber die „Petuh-Tanten“ wurden erst in den 1920er Jahren bekannt, weil sie mit ihrer schunzigen (lustigen) Sprache als Vorbilder für Kabarettfiguren dienten. Sie galten dabei als resolute Damen, die kein Blatt vor den Mund nahmen. Die „Petuh-Tanten“ wurden somit zu den Namenspatinnen einer Sprache, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts nach und nach aus dem Flensburger Alltag verschwand.

 

Petuh – eigene Sprache oder Mundart?

Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen, aber für uns spielte diese feine Nuancierung keine Rolle, weil es an der Einzigartigkeit des Petuh nichts ändert.

Kontakt Petuh

Kontakt

Petuh-Beauftragte

Petuh-Beauftragte

Die Verantwortlichen für die Projektumsetzung
Sigrid Vollers

Sigrid Vollers

Vorsitzende unserer Fördergesellschaft – Projektfinanzierung